Ratgeber — Baukasten oder Webdesigner?
Homepage-Baukasten oder Webdesigner — was passt zu dir?
Wix, Jimdo oder Squarespace versprechen dir eine Website in ein paar Stunden — ein Webdesigner will dafür einen vierstelligen Betrag. Beides kann die richtige Entscheidung sein, je nachdem, was deine Website leisten soll. Hier bekommst du den ehrlichen Vergleich mit echten Zahlen: was Baukästen wirklich kosten, wo sie an Grenzen stoßen und wann du dir den Profi getrost sparen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Homepage-Baukasten kostet in Deutschland 2026 typischerweise zwischen 9 und 39 € pro Monat (Jimdo, jährliche Abrechnung) bzw. ab 10,71 € pro Monat bei Wix (Zwei-Jahres-Vertrag, inkl. MwSt.) — über fünf Jahre gerechnet sind das rund 540 bis 2.340 €.
- Der größte Kostenfaktor beim Baukasten ist nicht der Tarif, sondern deine Zeit: Für eine brauchbare Firmenwebsite in Eigenregie solltest du erfahrungsgemäß 20 bis 60 Stunden Arbeit einplanen.
- Eine Website vom Profi kostet in Deutschland typischerweise 1.000–2.500 € (One-Pager) bis 5.000–12.000 € (Business-Website mit 10+ Seiten); spezialisierte Online-Studios starten teils bei 990 € Festpreis.
- Ein Baukasten reicht völlig aus, wenn deine Website nur eine digitale Visitenkarte ist und keine neuen Kunden über Google bringen muss.
- Eine Baukasten-Website lässt sich nicht zu einem anderen Anbieter umziehen — wer später wechseln will, baut komplett von vorn.
Was kostet ein Homepage-Baukasten wirklich?
Die Werbung sagt "ab 0 €" — die Wahrheit sieht anders aus. Die kostenlosen Tarife von Wix und Jimdo taugen für ein Unternehmen nicht: Du bekommst keine eigene Internetadresse (nur so etwas wie dein-name.jimdosite.com), und bei Wix läuft in der Gratis-Version Werbung des Anbieters auf deiner Seite. Für einen seriösen Auftritt brauchst du einen Bezahltarif.
Die echten Preise 2026: Bei Jimdo startet der günstigste Bezahltarif (Start) bei 9 €/Monat, gepflegte Rechtstexte wie Impressum und Datenschutzerklärung gibt es aber erst im Tarif Grow Legal für 20 €/Monat (jeweils jährliche Abrechnung). Bei Wix kostet der Einstiegstarif Light 10,71 €/Monat im Zwei-Jahres-Vertrag (inkl. MwSt.) — wer monatlich zahlt, zahlt 16,66 €. Online verkaufen kannst du damit nicht, dafür brauchst du mindestens Core für 23,80 €/Monat. Squarespace liegt bei 12 € (Basic) bis 69 € (Advanced) pro Monat bei jährlicher Zahlung — Achtung: zuzüglich Mehrwertsteuer, und im Basic-Tarif fallen beim Verkaufen zusätzlich 2 % (physische Produkte) bis 7 % (digitale Produkte) Transaktionsgebühren an.
Dazu kommen versteckte Posten: Bei Wix ist die Domain nur im ersten Jahr kostenlos, danach kostet sie 17,79 €/Jahr, und ein E-Mail-Postfach mit eigener Adresse schlägt mit 6 €/Monat extra zu Buche. Rechne über fünf Jahre — so lange lebt eine Website mindestens — landest du je nach Tarif bei rund 540 bis 2.340 €. Ein Baukasten ist also nicht kostenlos, sondern ein Abo, das nie endet.
| Anbieter | Günstigster Business-tauglicher Tarif | Kosten über 5 Jahre (rechnerisch) | Das solltest du wissen |
|---|---|---|---|
| Jimdo | Start: 9 €/Mon. — mit Rechtstexten (Grow Legal): 20 €/Mon. | ca. 540–1.200 € | Impressum & Datenschutzerklärung erst ab Grow Legal; deutscher Anbieter |
| Wix | Light: 10,71 €/Mon. inkl. MwSt. (2-Jahres-Vertrag) — mit Online-Verkauf (Core): 23,80 €/Mon. | ca. 640–1.430 € + Domain ab Jahr 2 | E-Mail-Postfach kostet 6 €/Mon. extra; Anbieter mit Sitz außerhalb der EU |
| Squarespace | Basic: 12 €/Mon. zzgl. MwSt. (≈ 14,30 €) | ca. 860 € aufwärts | 2–7 % Transaktionsgebühr beim Verkauf im Basic-Tarif; US-Anbieter |
Der versteckte Hauptkostenfaktor: deine Zeit
Der Tarifpreis ist ehrlich gesagt der kleinste Posten. Was die Werbespots verschweigen: Die Software baut dir keine Website — das machst du. Struktur überlegen, Texte schreiben, Fotos aussuchen und zuschneiden, alles auf dem Handy prüfen, Impressum und Datenschutzerklärung einbauen. Aus unserer Erfahrung mit Kunden, die vorher selbst gebaut haben, brauchst du für eine brauchbare Firmenwebsite 20 bis 60 Stunden — verteilt über Wochen, oft abends nach der Arbeit.
Rechne das ehrlich gegen: Wenn deine Arbeitsstunde als Selbstständiger 50 bis 80 € wert ist, stecken in einer selbstgebauten Website 1.000 bis 4.800 € Eigenleistung — zusätzlich zum Abo. Es sei denn, du bastelst gern und die Zeit wäre sonst Feierabend gewesen. Das ist ein völlig legitimer Grund für einen Baukasten, aber du solltest ihn bewusst treffen und nicht in die "kostet ja fast nichts"-Falle laufen.
Was kostet eine Website vom Webdesigner?
Die Marktpreise in Deutschland 2026 laut Kopf & Stift: Ein One-Pager (eine einzelne, lange Seite mit allen Infos) kostet beim Webdesigner typischerweise 1.000–2.500 €, eine kleine Website mit rund fünf Unterseiten 2.500–5.000 €, eine Business-Website mit zehn oder mehr Seiten 5.000–12.000 €. Freelancer rechnen mit Stundensätzen von 60–120 €, Agenturen mit 100–250 €. Alle Marktzahlen im Detail — inklusive Shops, laufender und versteckter Kosten — findest du in Was kostet eine Website?.
Warum die Spanne so groß ist: Eine klassische Agentur mit Büro, Meetings vor Ort und großem Team kostet mehr als ein spezialisiertes Online-Studio mit schlanken Abläufen. Wir bei Digitflow arbeiten komplett online und mit Festpreisen: One-Pager ab 990 €, Business-Website ab 1.690 €, Online-Shop ab 2.990 € — die laufende Pflege gibt es ab 39 €/Monat, ist aber freiwillig. Ehrlicherweise heißt das auch: Bei uns gibt es keinen Kaffeetermin im Büro um die Ecke. Wenn dir persönliche Treffen wichtig sind, ist eine lokale Agentur trotz höherer Preise vielleicht die bessere Wahl.
Der entscheidende Unterschied zum Baukasten liegt nicht im Design allein: Ein Profi übernimmt Texte, Struktur, Technik und die rechtlichen Basics — dein Zeitaufwand schrumpft auf 2 bis 5 Stunden für Briefing und Feedback.
Wo stößt ein Homepage-Baukasten an seine Grenzen?
Damit du nicht denkst, wir reden Baukästen nur schlecht: Für einfache Seiten funktionieren Wix, Jimdo und Squarespace wirklich gut. Aber es gibt vier ehrliche Grenzen, die du kennen solltest.
Erstens, Google-Sichtbarkeit: Die Grundlagen (Seitentitel, Beschreibungen) kannst du in jedem Baukasten pflegen. Aber auf die Technik dahinter — Ladegeschwindigkeit, Code-Qualität, strukturierte Daten — hast du kaum Einfluss. Wer bei umkämpften lokalen Suchen wie "Physiotherapie Wiesbaden" vorn stehen will, konkurriert dort meist mit professionell optimierten Seiten. Zweitens, Individualität: Die Design-Vorlagen nutzen tausende andere auch. Sonderwünsche wie eine Terminbuchung mit deiner Praxissoftware oder ein Preisrechner sind schnell nicht mehr oder nur mit Zusatz-Apps und Zusatzkosten machbar.
Drittens, Datenschutz: Wix (Sitz in Israel) und Squarespace (USA) sind Nicht-EU-Anbieter — für eine DSGVO-saubere Einbindung (Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Schriftarten, Tracking) bist du in jedem Baukasten selbst verantwortlich. Dass das kein Selbstläufer ist, zeigt Jimdo selbst: Der deutsche Anbieter verkauft laufend aktualisierte Rechtstexte als eigenen Tarif für 20 €/Monat. Viertens — und das unterschätzen die meisten: Deine Baukasten-Website läuft nur auf der Plattform des Anbieters. Du kannst eine Wix- oder Jimdo-Seite nicht exportieren und woanders weiterbetreiben. Wenn du später wechseln willst, fängst du bei null an.
Wann reicht ein Baukasten völlig aus?
Jetzt die Antwort, die du von einem Webdesign-Studio vielleicht nicht erwartest: In diesen Fällen brauchst du uns nicht. Ein Baukasten reicht völlig, wenn deine Website ein Hobby, ein Verein oder ein privates Projekt ist. Wenn du eine Geschäftsidee erst testen willst und noch nicht weißt, ob daraus etwas wird — bau sie mit Jimdo oder Wix, gib 10–20 € im Monat aus und investiere erst in einen Profi, wenn das Geschäft läuft.
Ein Baukasten reicht auch, wenn deine Kunden ausschließlich über Empfehlungen, Instagram oder Laufkundschaft kommen und die Website nur eine digitale Visitenkarte ist: Adresse, Öffnungszeiten, drei Fotos, fertig. Und er reicht, wenn dein Budget schlicht unter 500 € liegt — dann ist ein ordentlich gemachter Baukasten ehrlich gesagt die bessere Wahl als der billigste "Profi", den du für das Geld findest. Voraussetzung in allen Fällen: Du hast die 20 bis 60 Stunden und idealerweise sogar Spaß am Basteln.
Baukasten oder Webdesigner: die klare Entscheidungshilfe
Hier die Wenn-dann-Regeln, auf die sich alles herunterbrechen lässt. Wenn deine Website aktiv neue Kunden über Google bringen soll — etwa weil Leute in deiner Stadt nach deiner Leistung suchen — dann lohnt sich der Profi, denn hier entscheidet die Qualität der Seite direkt über Anfragen und Umsatz. Wenn die Website nur Visitenkarte ist und Kunden anders zu dir finden: Baukasten. Wenn du keine Zeit oder Lust hast, dich wochenlang einzuarbeiten: Profi. Wenn du erst testen willst, ob deine Idee trägt: Baukasten — und steig um, sobald es ernst wird (plane dann aber einen Neubau ein, mitnehmen kannst du nichts).
Wenn du Sonderfunktionen brauchst — Online-Terminbuchung, Shop mit vielen Produkten, Anbindung an deine Software — führt am Profi meist kein Weg vorbei. Und beim Geld: Unter 500 € Budget ist der Baukasten die ehrliche Antwort. Ab etwa 1.000 € bekommst du bei spezialisierten Online-Studios bereits eine professionelle Website zum Festpreis, die dir gehört, für Google sauber aufgebaut ist und dich fast keine eigene Zeit kostet. Über fünf Jahre gerechnet ist der Preisunterschied kleiner, als die Monatspreise vermuten lassen. Und wenn du dich für den Profi entscheidest: Wie so ein Projekt Schritt für Schritt abläuft und was du selbst liefern musst, liest du in Website erstellen lassen: Ablauf & Dauer.
| Kriterium | Homepage-Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace) | Webdesigner / Studio |
|---|---|---|
| Kosten im 1. Jahr | ca. 110–470 € (Tarife 9–39 €/Mon.) | einmalig ab 990 € (Online-Studio) bis 12.000 € (Agentur-Business-Website) |
| Kosten über 5 Jahre | ca. 540–2.340 € Abo + Extras | Einmalpreis, optional Pflege ab ca. 39 €/Mon. |
| Dein Zeitaufwand | 20–60 Stunden Eigenarbeit | 2–5 Stunden (Briefing + Feedback) |
| Design | Vorlagen, die tausende andere auch nutzen | individuell für dein Geschäft |
| Google-Sichtbarkeit | Basics machbar, kaum Einfluss auf Technik & Tempo | volle Kontrolle über Technik, Inhalte, Ladezeit |
| Rechtliches (DSGVO) | du bist selbst verantwortlich, teils Aufpreis (z. B. Jimdo Grow Legal 20 €/Mon.) | wird vom Profi mit eingerichtet |
| Wechsel des Anbieters | nicht möglich — Neubau nötig | Website gehört dir, Umzug jederzeit möglich |
| Geeignet für | Visitenkarte, Test, Hobby, kleines Budget | Kundengewinnung, Sonderfunktionen, keine Zeit zum Selbstbauen |
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Ist ein Homepage-Baukasten für kleine Unternehmen sinnvoll?
Ja — wenn die Website nur digitale Visitenkarte ist, deine Kunden über Empfehlungen kommen und du 20 bis 60 Stunden Eigenarbeit investieren kannst. Soll die Website dagegen aktiv neue Kunden über Google bringen, stößt ein Baukasten bei Technik, Ladezeit und Individualität an Grenzen.
Was kostet Wix wirklich pro Monat?
Im günstigsten Laufzeitvertrag (2 Jahre) kostet Wix 10,71 €/Monat (Light) bis 34,51 €/Monat (Business), inkl. MwSt. — bei monatlicher Zahlung deutlich mehr (Light: 16,66 €). Dazu kommen die Domain ab dem zweiten Jahr (17,79 €/Jahr) und 6 €/Monat pro E-Mail-Postfach. Online verkaufen geht erst ab dem Core-Tarif für 23,80 €/Monat.
Kann ich mit einer Wix- oder Jimdo-Website bei Google gefunden werden?
Für die Suche nach deinem Namen oder deiner Firma: ja, problemlos. Bei umkämpften lokalen Suchbegriffen wie "Friseur + Stadt" wird es schwieriger, weil du in Baukästen kaum Einfluss auf Ladegeschwindigkeit und Technik hast — dort konkurrierst du mit professionell optimierten Seiten.
Sind Wix und Squarespace DSGVO-konform?
Nicht automatisch. Beide sind Nicht-EU-Anbieter (Wix sitzt in Israel, Squarespace in den USA), und für die rechtssaubere Einrichtung (Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Schriftarten, Tracking) bist du selbst verantwortlich. Auch Rechtstexte sind nicht überall inklusive — Jimdo etwa bietet laufend aktualisierte Rechtstexte erst im Tarif Grow Legal für 20 €/Monat.
Kann ich meine Baukasten-Website später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
Nein. Wix-, Jimdo- und Squarespace-Websites laufen nur auf der Plattform des jeweiligen Anbieters und lassen sich nicht komplett exportieren und woanders weiterbetreiben. Wer wechselt, baut die Website neu — nur Texte und Bilder kannst du wiederverwenden.
Was kostet eine Website vom Webdesigner in Deutschland?
Marktüblich sind 2026 typischerweise 1.000–2.500 € für einen One-Pager, 2.500–5.000 € für eine kleine Website und 5.000–12.000 € für eine Business-Website mit 10+ Seiten. Spezialisierte Online-Studios liegen teils darunter: Bei Digitflow kostet ein One-Pager ab 990 €, eine Business-Website ab 1.690 € — als Festpreis.
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